Die Stiftshütte

Die Stiftshütte ist nicht bloss ein Bauwerk, sondern sie beinhaltet sehr viel Symbolik. Dieser Artikel beleuchtet diese Symbole.

Gott mit uns

In den Kapiteln 25 bis 31 des zweiten Buch Mose erhalten wir einen detaillierten Bericht über die Stiftshütte. Die Stiftshütte ist ein sehr gutes Bild für Christus und unseren Zugang zu Gott. Jeder Bestandteil der Stiftshütte weist auf Jesus Christus hin. Gott beauftragte Moses zur Errichtung der Stiftshütte mit der Absicht damit Er in der Mitte seines Volkes wohnen konnte (2. Mose 25, 8). Die Stiftshütte kam auch im Zentrum des Lagers der Israeliten zu stehen. Rund um die Stiftshütte lagerte sich das Volk Israel nach Stämmen geordnet. Einen Namen, den Jesus von Jesaja erhielt war Immanuel: Gott mit uns (Jes 7, 14). Schon hier sehen wir, dass Gott die Nähe zu den Menschen gesucht hat.

Der Vorhof

Die Stiftshütte war von einem Vorhof umgeben, der wiederum durch einen Umhang vom übrigen Lager der Israeliten abgetrennt war. Die Abmessungen waren 100 auf 50 Ellen. An der Ostseite war der einzige Zugang zum Vorhof. Der Zugang wurde von einem Vorhang bedeckt, der aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus bestand. In diesen Vorhof hatte jedermann zutritt. Dieses Tor weist auf Christus hin, der der einzige Weg zu Gott ist. Nach diesem Tor traf man auf den bronzenen Altar.

Der bronzene Altar

Auf diesem Altar wurden die Opfer dargebracht. Er wurde auch Altar der Brandopfer genannt. An diesem Altar kam niemand vorbei, der sich Gott nähern wollte. Nicht die Einhaltung der Zehn Gebote erlaubten die Annäherung an Gott, sondern den stellvertretenden Opfertod eines Tieres. Im Glauben legten die Israeliten die Hand auf den Kopf des Opfertieres und übertrugen so die Sünden auf das Tier. Das Blut des Opfertieres bedeckte nur die Sünden des betreffenden Menschen und blieben auch zugedeckt bis Gott kam und sie durch Jesus Christus vollständig wegnahm.

Daher symbolisiert der bronzene Altar auch das Kreuz von Jesus. Jesus selbst wurde das perfekte Opferlamm genannt. Er, der ohne Sünden war, nahm stellvertretend für uns unsere Sünden auf sich. Diese Sünden sind nicht wie bei einem Tier einfach zugedeckt, sondern weggetan. Sie existieren nicht mehr.

Das bronzene Becken

Hinter dem bronzenen Altar stand das bronzene Becken, das mit Wasser gefüllt war. Aaron und seine Söhne mussten sich dort vollständig waschen (2. Mose 29, 4). Danach genügte das Waschen von Hände und Füssen, bevor sie in die Stiftshütte gingen (2. Mose 30, 20 -21). Das Becken bestand aus poliertem Bronze. Es ist das gleiche Material, dass die damaligen Frauen als Spiegel benutzten. Wenn sich die Priester dem Becken näherten und ihr Spiegelbild sahen, wussten sie wo sie schmutzig waren. Das Wasser im Becken diente dann zur Reinigung.

Waschungen

Nach dem Altar musste der ganze Mensch gewaschen werden. Es ist ein Symbol der Wiedergeburt:

Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Heiland-Gottes erschien, errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, welchen er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesum Christum, unseren Heiland, auf dass wir, gerechtfertigt durch seine Gnade, Erben würden nach der Hoffnung des ewigen Lebens. (Titus 3, 4 – 7)

Durch unser alltägliches Leben kann es vorkommen, dass wir sündigen. Deshalb müssen Hände und Füsse am Becken gereinigt werden. Hände und Füsse repräsentieren unsere Taten. Wir müssen nicht zum Altar zurück, da das Opfer ein für alle Mal für unsere Sünden geopfert wurde. Unser gerechter Stand vor Gott bleibt bestehen, doch durch unsere Sünden kann die Gemeinschaft mit Gott gebrochen werden. Auch die komplette Waschung ist nicht mehr nötig, da nicht mehr der ganze Mensch beschmutzt wurde. Deshalb müssen wir nicht zurück zum Altar. sondern müssen zum bronzenen Becken gehen.

Das Wort Gottes

Die Bibel, das Wort Gottes, wird auch als Spiegel verglichen (siehe Jak. 1, 23). Wenn wir im Wort Gottes lesen, dann halten wir ein Spiegel vor unser Gesicht und können erkennen, wo wir falsch liegen. Gleichzeitig ist das Wort Gottes auch das Wasser, das uns reinigt:

… auf dass er sie heiligte, sie reinigend durch die Waschung mit Wasser durch das Wort (Eph 5, 26)

Das Becken weist auf das Leben, das wir durch Jesus Christus erhalten. Jesus wird das Wort genannt, das unter uns wohnte (Joh. 1, 14), und in diesem Wort war Leben (Joh. 1, 4). Jesus erklärte Nikodemus um was es bei der Neugeburt ging:

Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand aus Wasser und Geist geboren werde, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Was aus dem Fleische geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geiste geboren ist, ist Geist. Verwundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsset von neuem {O. von oben her} geboren werden. (Joh. 3, 5 – 7)

Das Zelt

Als nächstes kommt das eigentliche Zelt der Begegnung. Die Stiftshütte bestand aus zwei Lagen. Die äussere sichtbare Lage wurde aus Dachsfellen gemacht. Die Felle hatten eine düstere und unattraktive gräuliche Farbe. Darunter befand sich eine Lage aus rotgefärbten Widderfellen (2. Mose 26, 14). Für einen Aussenstehenden hatte dieses Zelt keinen Reiz. Wie ist die Parallele zu Jesus naheliegend. Ein Aussenstehender findet bei blossem Betrachten von Jesus nichts attraktives. Erst das Betreten des Zeltes offenbart den grossen Reichtum. Darum müssen wir als Christen, als jene Personen, die den Reichtum in Jesus Christus kennen, dies den Menschen bekannt machen.

Als Jesus auf diese Erde kam beschrieb es Johannes mit den Worten zelten oder Zelt aufschlagen (Joh. 1, 14). So die Bedeutung des griechischen Wortes für wohnen im Urtext. Nachdem die Israeliten für Hunderte von Jahren dieses Bild des Zeltes der Begegnung hatten, kam das wahre Zelt, in dem Gottes Herrlichkeit war, auf die Erde und lebte unter uns. Äusserlich gesehen hatte sich Jesus nicht von anderen Menschen unterschieden. Einen grossen Teil seines Lebens arbeitete er als Zimmermann. Er lebte und arbeitete in Nazareth. Die Menschen der damaligen Zeit hatten ein Sprichwort, dass nichts Gutes aus Nazareth komme.

Das Innere

Um in das Innere des Zeltes zu gelangen musste man durch einen Vorhang, der aus blauem und rotem Purpur und Karmesin und gezwirntem Byssus (=Leinen) bestand.

Das Innere des Zeltes bestand aus zwei Teilen. Im vorderen Teil befand sich der goldene Leuchter, die Schaubrote und ein Räucheraltar. Durch einen Vorhang wurde das Allerheiligste vom vorderen Teil getrennt. Im Allerheiligsten befand sich die Bundeslade mit den Steintafeln, die die 10 Gebote enthielten.

Der goldene Leuchter

Der goldene Leuchter wurde aus einer Masse Gold geformt. In 2. Mose 25 finden wir eine detaillierte Beschreibung des Leuchters:

Und du sollst einen Leuchter von reinem Golde machen; in getriebener Arbeit soll der Leuchter gemacht werden, sein Fuss und sein Schaft; seine Kelche, seine Knäufe und seine Blumen sollen aus ihm {d.h. aus einem Stück mit ihm} sein. Und sechs Arme sollen von seinen Seiten ausgehen: drei Arme des Leuchters aus seiner einen Seite und drei Arme des Leuchters aus seiner anderen Seite. Drei Kelche, mandelblütenförmig, an dem einen Arme: Knauf und Blume; und drei Kelche, mandelblütenförmig, an dem anderen Arme: Knauf und Blume; also für die sechs Arme, die von dem Leuchter ausgehen. Und an dem Leuchter {d.h. dem Schafte} vier Kelche, mandelblütenförmig: seine Knäufe und seine Blumen; und zwar ein Knauf unter zwei Armen aus ihm, und wieder ein Knauf unter zwei Armen aus ihm, und wieder ein Knauf unter zwei Armen aus ihm, für die sechs Arme, die von dem Leuchter ausgehen. Ihre Knäufe und ihre Arme sollen aus ihm {d.h. aus einem Stück mit ihm} sein; der ganze Leuchter eine getriebene Arbeit, von reinem Golde. Und du sollst seine sieben Lampen machen; und man soll seine Lampen anzünden, {Eig. aufsteigen lassen; dasselbe Wort, welches für das Opfern der Brandopfer gebraucht wird} so dass sie gerade vor ihm hin scheinen; {Eig. so dass eine jede gerade vor ihm hin scheine} und seine Lichtschneuzen und seine Löschnäpfe von reinem Golde. Aus einem Talent reinen Goldes soll man ihn machen mit allen diesen Geräten. Und sieh zu, dass du sie nach ihrem Muster machest, welches dir auf dem Berge gezeigt worden ist. (2. Mose 25, 31 -40)

Vom goldenen Leuchter können wir viel lernen: Gold steht für die Gottheit. Der Leuchter selbst steht für Gott den Vater. Der zentrale Schaft repräsentiert Gott den Sohn und das Öl symbolisiert Gott den Heiligen Geist. Die sechs Arme, die vom Schaft ausgehen, repräsentieren die Gemeinden, die durch den Heiligen Geist gespiesen werden. Die sechs Arme gaben nicht einfach nur Licht, sondern waren auch so angeordnet, dass sie den zentralen Schaft, Jesus, beleuchteten.

Wie schon gesagt sind zentraler Schaft und die sechs Arme aus einem Stück Gold geschaffen. Jeder der sechs Arme wird von der Mitte her mit Öl versorgt. Erinnert uns das nicht an das Gleichnis von Jesus, in dem er sagte, dass er der Weinstock und wir die Reben sind. Wir müssen fest mit ihm verbunden sein, damit der Lebenssaft in uns hinein fliessen kann.

Jesus hat uns auch gesagt, dass wir das Licht der Welt sind (Mt. 5, 14). Nicht nur geben wir Licht in diese dunkle Welt ab, sondern mit unserem Leben werfen wir auch Licht auf Jesus und verherrlichen ihn damit.

Schaubrote

Auf der gegenüberliegenden Seite finden wir den Tisch mit den Schaubroten. Für jeden Stamm lag ein Brot auf dem Tisch, darum repräsentieren die Brote die ganze Nation, die in einem Bund mit Gott steht. Jeden Sabbat assen die Priester die alten Brote und tranken vom Wein, der neben den Broten stand. Brot und Wein wurden darauf ersetzt. Der Tisch mit den Schaubroten weist auf das Abendmahl hin, das wir zur Erinnerung nehmen sollen. Wir gedenken damit, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist, was mit dem bronzenen Altar symbolisiert wurde. Da Jesus das perfekte Opfer dargebracht hat, brauchen wir keine Tiere mehr zu opfern. An die Stelle des Opfers kommen Brot und Wein, die das Leben (Leib und Blut) von Jesus symbolisieren.

Das Allerheiligste

Das Zelt wurde durch einen Vorhang zwischen Heiligtum und Allerheiligsten getrennt. Vor diesem Vorhang kam ein kleiner Räucheraltar zu stehen (2. Mose 30, 1 – 10). Zweimal am Tag, am Morgen und am Abend, musste Aaron gutes Räucherwerk darauf verbrennen. Einmal im Jahr am Versöhnungstag besprenkelte der Hohepriester die Hörner des Räucheraltars mit dem Blut des Sühnopfers. Danach konnte der Hohepriester mit Blut und Räucherwerk ins Allerheiligste gehen. Der Vorhang verdeckte Gottes Gegenwart damit niemand Ihm nähern konnte. Weil das Opfer noch nicht vollständig war, war auch der Zugang zu Gottes Gegenwart versperrt. Das Opfer deckte nur die Sünden zu und musste jedes Jahr wiederholt werden. Erst das Opfer von Jesus radierte die Sünden komplett aus.

Räucherwerk

Räucherwerk ist ein Symbol für Gebet. Es sind dies unsere Gebete, aber auch diejenigen des Hohenpriesters. Seit Jesu Tod und Auferstehung ist Jesus unser Hohenpriester und Er bringt Gebete in unserem Namen dar.
Der Vorhang zwischen Heiligtum und Allerheiligsten ist so gewoben worden, dass wenn je zwei Ochsen auf jeder Seite angebunden wurden und sich voneinander wegbewegten den Vorhang nicht zerreissen konnten. Der Vorhang verdeckte die Herrlichkeit Gottes. So verdeckte auch die menschliche Gestalt von Jesus die Herrlichkeit Gottes, die in ihm war. Als Jesus am Kreuz starb zerriss der Vorhang im Tempel von oben nach unten. Der Vorhang wurde nicht mehr gebraucht, da Jesus das perfekte Opfer darbrachte. Durch das Blut Jesu haben wir den Zugang zu Gottes Thronraum.

Die Bundeslade

Im Allerheiligsten befand sich die Bundeslade. In der Bundeslade waren Aarons Stab, ein Krug mit Manna und die Steintafeln mit den Zehn Geboten. Die Bundeslade war mit einem goldenen Deckel versehen, der auch Gnadenstuhl genannt wird. Das griechische Wort für Gnadenstuhl bedeutet auch Besänftigung: durch ein Opfer wird der Zorn Gottes abgewendet. Das hebräische Wort leitet sich von einem Zeitwort ab, deren ursprüngliche Bedeutung „zudecken“ war, aber auch „sühnen oder vergeben“ bedeutet. Nur das Blut gibt den Nachweis, dass ein Opfer dargebracht wurde. Daher musste der Hohepriester im Allerheiligsten den Gnadenthron mit Blut besprengen. Bei der Auferstehung Jesu präsentierte Jesus sein Blut vor Gott.

Ewige Bedeutung der Stiftshütte

Anhand der Stiftshütte sehen wir, dass Gott Alles gemacht hat, damit die Menschen sich mit Gott versöhnen konnte. Es gäbe noch viel über die Stiftshütte und die einzelnen Anweisungen über den Bau zu sagen, dies würde aber den Rahmen dieses Buches sprengen. Was bei der Stiftshütte einen symbolischen Charakter hatte, erhielt in Jesus Christus die Erfüllung. Schon hier sehen wir, dass Gott keine Freude daran hat, wenn Menschen seinen Zorn spüren müssen. Der Gnadenthron kann zum Ort des Gerichts werden, wenn ein Mensch nicht die Vergebung und Versöhnung Gottes annimmt. Nimmt er aber Gottes Angebot an, dann wird dieser Ort für ihn zum Ort der Gnade. Es liegt an uns, die wir Seine Gnade kennen, dass wir andere Menschen auf dieses Versöhnungsangebot hinweisen.

Quellenangabe Bild: Von Ruk7Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

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Sind Sie bereit?

Bereit für was?

Sind Sie bereit? Wenn Sie jetzt fragen wofür, dann ist das eine gute und berechtigte Frage. In der heutigen Zeit können wir bewusst oder unbewusst bereit sein für viele Anlässe oder Dinge. Wir können bereit sein, für die nächste Postsendung, das Erscheinen einer CD eines Stars, die Premiere eines Kinofilms oder Theaterstücks, die Einladung bei Freunden, ein Sportereignis, ein Unterschriftstermin mit einem Star. Diese Liste lässt sich beliebig verlängern und könnte Seiten füllen. Stellen Sie sich selber einmal die Frage, wofür Sie bereit sind oder eben nicht. Wenn Sie sich diese Frage ehrlich beantworten, dann werden Sie mit Leichtigkeit feststellen, wo Ihre Prioritäten liegen. Sie kennen sicher aus eigener Erfahrung wie schnell man Pläne umstellen kann, wenn etwas Attraktives lockt oder auf der anderen Seite wie beschäftigt man ist, wenn man etwas ungern macht.

Ein Fest, aber wo sind die Gäste?

Es gibt eine sehr bekannte Geschichte von einem Mann, der reich sein musste und daher sicher auch ein gewisses Ansehen hatte. Dieser Mann organisierte ein grosses Festessen und lud geschätzte Menschen ein. Nun war es soweit. Der grosse Augenblick ist gekommen und das Festessen sollte beginnen, doch es konnte nur beginnen, wenn auch die Gäste da waren. Doch zu seinem grossen Erstaunen fehlte diese. Kein Einziger ist erschienen. Dieser Mann wollte unbedingt mit seinen geladenen Gästen essen, darum schickte er seinen Diener zu den Eingeladenen. Jeder von ihnen hatte eine durchaus verständliche Entschuldigung: Kauf eines Ackers oder von Ochsen oder eine Heirat. Dies berichtet uns die Bibel in Lukas 14, 15-20.

Plan B

Als der Diener zurück kam und seinem Herrn die Entschuldigungen überbrachte wurde er zornig und entschied sich für Plan B:

„Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus schnell auf die Strassen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstrassen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, auf dass mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, dass der Männer keiner, die geladen waren, mein Abendmahl schmecken wird.“ (Luk. 14, 21-24)

Der Herr in dieser Geschichte unterliess nichts um den letzten Platz zu füllen. Ich kann mir gut vorstellen, wie weh es ihm tat, als die geladenen Gäste nicht erschienen. Die Gäste hatten die ihnen zuteil gewordene Ehre nicht erwidert und waren mit alltäglichen Dingen beschäftigt. Umso grösser war sicher die Freude bei den Armen, Krüppeln, Lahmen und Blinden, die neben einer willkommenen Abwechslung in ihrem Leben auch die ihnen zuteil gewordene Ehre schätzten.

Wo sehen Sie sich in dieser Geschichte?

Die Geschichte ist ein gutes Gleichnis über die Vereinigung mit Jesus nach unserem Leben hier auf der Erde. Als wiedergeborene Christen sind wir eingeladen, an diesem Festmahl teilzunehmen. Wie wir aus obigem Beispiel sehen, heisst eine Einladung zu haben noch lange nicht, dass wir daran teilnehmen. Das Festmahl findet nicht dann statt, wenn es uns geht, sondern der Termin steht fest und wir müssen sozusagen unseren Alltag so einrichten, dass wir auch der Einladung folge leisten können. Nun, der Termin für dieses Fest ist nicht genau fixiert, dass wir Tag und Stunde nennen können. Mir geht es vielmehr darum, dass sie einen Lebensstil leben, bei dem Sie jederzeit für diese Einladung bereit sind. Wie schnell bekommen alltägliche Belange ein viel zu grosses Gewicht in unserem Leben. Wir sind aufgefordert, unsere Prioritäten im Licht der Bibel richtig zu setzen.

Absenz des Chefs

Nun, wir müssen nicht warten bis wir entschlafen und in den Himmel kommen um Jesus zu begegnen. Jesus hat uns versprochen, dass Er wieder kommen wird um Seine Gemeinde, die sich zu diesem Zeitpunkt auf der Erde befindet abzuholen. Er hat gesagt, dass Er für eine kurze Zeit weg ist und dann wieder kommt. Von Seinem Standpunkt, der Ewigkeit, ist die Zeit seiner Absenz von der Erde eine kurze Zeit, obwohl schon bald 2’000 Jahre vergangen sind. Er hat uns den Auftrag gegeben, während Seiner Abwesenheit die Gute Nachricht bis ans Ende der Welt zu verkünden. Man könnte es in der heutigen Zeit damit vergleichen, dass ein Geschäftsführer in Urlaub oder auf Geschäftsreise geht. Kurz vor dem Weggang geht er zu seinem Chefbuchhalter und beauftragt ihn, ihm bei seiner Rückkehr die Geschäftszahlen des ersten Halbjahres zu präsentieren. Auch in der heutigen Zeit der Computer und von leistungsfähiger Software sind diese Zahlen nicht in Sekunden oder Minuten bereit. Der Buchhalter muss die Daten, die die Software liefert, aufbereiten und so präsentieren, dass sie dem Geschäftsführer von grösstem Nutzen sind. Der Buchhalter hat nun zwei Möglichkeiten zu reagieren, wenn sein Chef weg ist. Er arbeitet so weiter als wäre der Chef nicht weg und stellt die Zahlen zusammen oder er schaltet ein paar Gänge zurück und macht nur das Allernötigste, weil es ja der Chef eh nicht sieht.

Wie reagieren Sie?

Sie werden vermutlich genauso wie ich reagieren und sich fragen, was das für ein Buchhalter ist, der nur dann arbeitet, wenn er von höherer Instanz kontrolliert wird. Ein Buchhalter jedoch, der unabhängig von der Situation gleich gut arbeitet, ist ein Vorbild. Was möchte ich nun mit diesem Beispiel zeigen? Der Geschäftsführer, der abwesend ist, ist Jesus und Er hat uns, im Beispiel durch den Buchhalter verkörpert, einen Auftrag gegeben, dass Evangelium zu verkünden und Sein Reich auf Erden zu bauen bis dass Er kommt. Wenn ich den Leib Christi als Ganzes auf dieser Erde anschaue, dann „geniesst“ er die Abwesenheit von Jesus und bleibt schön auf Sparflamme. Welche Art „Buchhalter“ sind Sie? Ich möchte Sie in keiner Weise schlecht machen, sondern Ihnen einen Spiegel vorhalten. Sie entscheiden, was Sie mit dem Anblick machen.

Sie haben Gaben und eine Berufung

Ich glaube, dass wir die Wiederkunft Jesu in unserer Zeit erleben werden. Wenn dem so ist, dann hat dies Konsequenzen für mein Leben und Ihr Leben, hier und heute und nicht irgendwann in der Zukunft. Die Zeichen, die vor dem Kommen Jesu geschehen sollen und in der Bibel aufgeschrieben sind, häufen sich in unserer Zeit markant. Prophezeiung um Prophezeiung der Bibel gehen in Erfüllung. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, wird es erkennen und muss zugeben, dass Jesus bald kommen wird. Sind Sie bereit auf das Wiederkommen von Jesus? Würde Er morgen wiederkommen, was für ein Gefühl haben Sie dabei? Es ist noch nicht zu spät, doch lassen Sie sich vom Zeitfaktor nicht beeinflussen. Gott hat Ihnen eine bestimmte Berufung und Gaben gegeben. Je schneller Sie Ihre Gaben für Gott einsetzen, desto schneller haben Sie auch ein erfülltes Leben. Wenn Sie im Werk des Herrn arbeiten, dann wird es Sie mit grosser Freude erfüllen, wenn der Meister wieder auf die Erde kommt. Aus Gottes Sicht ist der Leib Christi nicht bereit auf die Wiederkunft von Jesus. Doch es liegt Ihm alles daran, dass der Leib Christi vorbereitet ist. Dieser Post kann ein Anstoss in Ihrem Leben sein. Reden Sie mit Gott über Ihre Situation und Er wird Ihnen für Sie persönlich zeigen, wie es weiter gehen soll.

Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch eine Bibelstelle mitgeben, die ich kürzlich gelesen habe:

Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass, wenn es offenbar werden wird, wir ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und jeder, der diese Hoffnung zu ihm hat, reinigt sich selbst, gleichwie er rein ist. (1. Joh. 3, 2 – 3)

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Jesus kommt wieder!

Eine Tatsache

Den Titel zum aktuellen Post habe ich bewusst mit einem Ausrufezeichen geschrieben, weil es keine Frage ist, ob Jesus wiederkommen würde, sondern es ist eine Tatsache, dass Er kommt.

Wenn Sie die Bibel als Grundlage zu Ihrem Leben gemacht haben, dann haben Sie auch die Gewissheit, dass Jesus wiederkommen wird. Es gibt sehr viele Bibelstellen, die das bekräftigen. Zum Beispiel schreibt der Verfasser des Hebräerbriefes über die Wiederkunft Jesu:

Denn „noch über eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und nicht verziehen. Der Gerechte aber wird des Glaubens leben. Wer aber weichen wird, an dem wird meine Seele kein Gefallen haben.“ (Hebr. 10, 37-38)

Diese Stelle zeigt uns, dass es (aus Gottes Sicht) eine kleine Weile dauert von der Auferstehung bis zur Wiederkunft Jesu. Wie lange ist diese „kleine Weile“. Wir wissen es nicht, aber der Hebräerbrief sagt auch, dass wir aus Glauben leben sollen. Glauben bedeutet, dass wir Jesus oder Gott vertrauen, dass wir ein offenes Ohr und offene Augen für Gott und Sein Königreich haben. Er will zu uns reden, nicht nur was unser persönliches Leben angeht, sondern auch was die Wiederkunft Seines Sohnes angeht. Ich meine damit nicht Prophezeiungen, die die ganze Gemeinde angeht, sondern Er redet zu uns Dinge für unser ganz persönliches Leben in Bezug auf die Wiederkunft von Jesus.

Glaube und Wiederkunft

In Lukas 18, 8 stellte Jesus die folgende Frage:

„Ich sage euch: Er wird sie erretten in einer Kürze. Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinst du, dass er auch werde Glauben finden auf Erden?“

Wenn Jesus wieder kommt, wird Er Glaube auf Erden finden. Wenn wir auf Ihn hören und Schritt für Schritt vorwärts gehen, dann werden wir auf Seine Wiederkunft vorbereitet und unser Glaube wird zunehmen. Nicht nur das, auch wird unser Glaube andere Menschen anstecken, dass sie auch diesen Glauben haben wollen.

Ich höre jetzt schon das Gegenargument in meinen Ohren: „Jesus hat schon so lange auf sich warten lassen, es wird bestimmt noch lange gehen bis Er wiederkommt.“ Sind Sie so sicher? Menschlich gesehen mag das ein gutes Argument sein. In diesem Fall ist nicht Vernunft gefragt, weil wir das Datum von Jesu Wiederkunft aus der Bibel nicht errechnen können. Das Buch der Offenbarung ist das Buch über die letzten Dinge. Auffällig ist die Redewendung:

„Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“ (Offb. 2, 7)

Wir werden aufgefordert, dass zu hören, was der Geist der Gemeinde (jedem wiedergeborenen Christen) sagen will. Matthäus 4, 4 sagt:

„Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Worte, das durch den Mund Gottes ausgeht.“

Diese Aussage hatte immer seine Gültigkeit, doch ich glaube, dass gerade in der heutigen Zeit der sozialen Unruhe es auch lebenswichtig ist, dass wir Gottes Stimme hören und gehorchen. Gott möchte, dass wir Leben haben. Seine Worte sind Leben für uns.

Leben wir in der Endzeit?

Es gibt so viele Hinweise, dass wir in der Endzeit leben. Viele Prophezeiungen für Israel sind erfüllt worden, einige sind sich vor unseren Augen zu erfüllen und es werden noch einige erfüllt werden. Vom menschlichen Verstand her kann man kalkulieren, dass es noch viele Jahre dauern wird bis sich diese Prophezeiungen erfüllen werden. Als Jugendlicher habe ich nie an die Wiedervereinigung der beiden Deutschlands geglaubt. Als aber die Berliner Mauer fiel, wurde die Wiedervereinigung in einem rasanten Tempo vorangetrieben und auch realisiert. Für mich war dies ein Zeichen, dass Dinge in der heutigen Zeit in einer kürzeren Zeit zustande kommen als früher. Die Anschläge vom 11. September haben die Welt in einem Tag verändert. Wir können nicht auf die Erfahrung der Geschichte zurückgreifen, um die Zeitdauer für ein Ereignis von globalem Ausmass zu kalkulieren bis es Wirklichkeit wird. Es gibt viele Bibelstellen, die auf die Endzeit hindeuten, ich möchte aber nur eine aufführen (die Erklärungen in Klammern sind einem Griechisch-Deutsch-Lexikon entnommen):

23:  Weh aber den Schwangern und Säugerinnen in jenen Tagen! Denn es wird grosse Not auf Erden sein und ein Zorn über dies Volk, 24:  und sie werden fallen durch des Schwertes Schärfe und gefangen geführt werden unter alle Völker; und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis dass der Heiden Zeit erfüllt wird. 25:  Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange (Angst, Beklemmung, Sorge, Beengung des Herzens aufgrund von Angstzuständen) sein, und sie werden zagen (der Zustand von jemandem, der völlig perplex ist, die Verlegenheit; auch: die Angst oder Ängstlichkeit; der Mangel, Ausweglosigkeit, Hilflosigkeit), und das Meer (bildlich für Nationen) und die Wasserwogen (Erschütterung) werden brausen, 26: und die Menschen werden verschmachten (die Besinnung verlieren aus Furcht und Schrecken), vor Furcht (aus dem griechischen Wort leitet sich unser Wort Phobie ab) und vor Warten (besorgniserfüllte Erwartung) der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte werden sich bewegen (erschüttern). 27:  Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit grosser Kraft und Herrlichkeit. 28:  Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und erhebet eure Häupter, darum dass sich eure Erlösung naht. (Lukas 21, 23 – 28)

Ist das nicht eine gute Beschreibung der Situation, in der die Welt heute ist. Wir sind nicht aufgefordert, mit der Welt die Angst und Sorgen zu teilen, sondern im Glauben auf den Herrn schauen. Wenn wir auf den Herrn hören, dann wissen wir, was wir tun sollen und wir können den Menschen Rat geben. Die Bibel ermutigt uns auch, geduldig zu sein, wenn die Wiederkunft Jesu nicht unseren Zeitvorstellungen entspricht:

Die Weissagung wird ja noch erfüllt werden zu seiner Zeit und wird endlich frei an den Tag kommen und nicht ausbleiben. Ob sie aber verzieht, so harre ihrer: sie wird gewiss kommen und nicht verziehen. (Habakuk 2, 3)

So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis auf die Zukunft des HERRN. Siehe, ein Ackermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und ist geduldig darüber, bis sie empfange den Frühregen und den Spätregen. Seid ihr auch geduldig und stärket eure Herzen; denn die Zukunft des HERRN ist nahe. (Jakobus 5, 7-8)

Der zweitletzte Vers der Bibel steht in Offenbarung 22, 20:

„Es spricht, der solches bezeugt: Ja, ich komme bald. Amen, ja komm, HERR Jesu!“

Ich finde es interessant, dass die Bibel so aufhört. Jesus möchte uns damit sagen, dass wir unser Leben auf Seine Wiederkunft ausrichten. Kürzlich habe ich ein Lied mit folgenden Worten gehört: „Wenn du glaubst, dass Jesus morgen wiederkommt, dann lebe so als würde Er heute kommen.“ Hat diese Sichtweise nicht eine Auswirkung auf unser heutiges Leben? Findet Jesus bei Ihnen Glauben, wenn Er wiederkommt? Ich wünsche mir das für Sie!

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Gottes Gnade

… ist eine Realität

Die Gnade ist nicht einfach ein religiöses Schlagwort, sondern ist eine Realität, die wir beanspruchen müssen. Warum beginnt und endet Paulus die meisten seiner Briefe mit der Erwähnung von Gnade? Ist es ein frommer Wunsch oder verbirgt sich mehr dahinter?

Gnade zeigt uns einen liebenden Gott

In der Luther-Bibel kommt das Wort Gnade 244 Mal vor. Alleine das zeigt, dass Gnade ein wichtiges Wort ist und auch eine wichtige Bedeutung für Gott hat. Das Ziel von Gottes Gnade sind wir Menschen und der Ausgangspunkt liegt bei Gott:

„…gnädig und barmherzig ist der HERR (Ps. 111, 4).“

Es muss uns immer bewusst sein, dass Gott gnädig und barmherzig ist, auch wenn uns andere Stimmen etwas anderes einflüstern wollen. Diese Tatsache muss bei uns in Fleisch und Blut übergehen. Am Anfang unserer Beziehung zu Gott steht die Gnade. Dies bringt Epheser 2, 4 – 8 am Besten zum Ausdruck:

„Gott aber, der reich ist an Barmherzigkeit, wegen seiner vielen Liebe, womit er uns geliebt hat, als auch wir in den Vergehungen tot waren, hat uns mit dem Christus lebendig gemacht – durch Gnade seid ihr errettet – und hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in den himmlischen Örtern in Christo Jesu, auf dass er in den kommenden Zeitaltern den überschwenglichen Reichtum seiner Gnade in Güte gegen uns erwiese in Christo Jesu. Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittelst des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es.“

Reichtum an Gnade

Ist das nicht wunderbar, als wir noch in Sünden waren, hat uns Gott nicht mit etwas Liebe, sondern mit viel Liebe geliebt und uns mit Christus lebendig gemacht. Aus Gnade ist dies geschehen und nicht weil wir etwas dazu beitragen konnten. Überall wo wir das Wort Gnade in der Bibel lesen, können wir es auch mit “Gunst“ ersetzen. Gunst ist etwas, das uns aus gutem Willen vermacht wird oder es ist ein Geschenk, das uns bereitet wird, als ein Zeichen der Achtung. Setze diese Definition in Dein eigenes Leben um: Gott achtet Dich so sehr, dass er seinen einzigen Sohn, Jesus Christus, gab, der am Kreuz für unsere Sünden starb, damit wir in Ihm lebendig würden. Und das ist noch nicht alles. Die Bekehrung hat vielleicht vor ein paar Jahren stattgefunden. Doch Gott will mit Dir weitergehen. Er will Dich mit dem überragenden Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erweisen. Wie gross ist sein Reichtum? Kannst Du es vorstellen oder übersteigt es Deinen Verstand? Gut so, denn Sein Reichtum ist so gross, dass Seine Gnade jeden Tag neu ist und sein Reichtum der Gnade nimmt dabei nicht ab. Gott will nicht nur, dass wir dies wissen, sondern dass wir es auch täglich erfahren. Im wöchentlichen Hauskreis, den ich besuche, werden viele Erfahrungen und Gebetserhörungen berichtet und auch Fragen zur Bibel gestellt. Dies ist ein Zeichen, dass meine Mitchristen eine lebendige Beziehung zu Gott unserem Vater haben. Dieser Austausch ist auch ein Ausdruck der Liebe und der Dankbarkeit gegenüber Gott. Sicher hat Er Freude darüber, aber ich kann mir auch vorstellen, dass Er uns noch mehr Liebe, noch mehr Segen und noch mehr Gnade/Gunst schenken möchte. Warum kommt nicht mehr? Liegt es an Gott? Nein! Es liegt an uns. Wir können entscheiden, ob wir mehr von Gott wollen und es auch empfangen können. Die Lösung liegt in einem weiten Herz. Ein weites Herz, das empfangen kann, aber auch ein weites Herz, das den Nächsten einschliesst. Wenn Du meinst, dass Du kein weites Herz hast, dann bringe den Wunsch Gott zum Ausdruck und er wird Dir ein weites Herz geben. Du brauchst nicht zu fragen, ob es Gottes Wille ist. Es ist Gottes Willen, weil auch Er ein weites Herz hat. Vielleicht kommt es nicht von einem Tag zum anderen. Doch es wird kommen, auch wenn es eine Zeit braucht.

Gottes Gnade im Alltag

Wie steht es nun mit der Gnade. Ist sie immer bei mir oder nur auf Abruf? Psalm 5, 13 sagt:

„Denn du segnest den Gerechten, HERR, wie mit einem Schild umringst du ihn mit Huld (Elberfelder; oder Gnade).“

Wir sind umgeben mit einem Schild der Gnade oder Gunst Gottes. Wo wir hingehen ist dieses Schild mit uns. Es „arbeitet“ für uns. Wenn wir Gottes Gnade haben, können wir auch Gunst bei Menschen haben. Immer wieder sind wir darauf angewiesen, dass uns jemand einen Gefallen tut. Wir können im Moment nichts tun oder vorweisen, was wir in der Vergangenheit Gutes getan haben. Es ist einfach, dass wir dieses Anliegen haben. Sei dies gegenüber dem Chef, einer Behörde oder einem Bekannten. Es scheint uns unmöglich, aber bei Gott ist alles möglich. Plötzlich geht eine Türe auf! Dies kann bei ganz alltäglichen Dingen geschehen, aber noch viel mehr wenn dabei das Reich Gottes gebaut wird. Aus aussichtslosen Situationen bekommt der eine Geld, damit er eine Reise zu einer Konferenz oder einem Missionseinsatz machen kann, der andere bekommt ein Visum für die Einreise in ein Land usw. Als ich für neun Monate nach Schweden in eine Bibelschule ging, hatte ich keine Unterkunft. Trotz mehrmaligem Versuch von der Schweiz aus hatte ich keinen Erfolg. So fuhr ich nach Schweden und erkundigte mich nach Unterkunftsmöglichkeiten. Ich kontaktierte etwa 5 Adressen jedoch ohne Erfolg. Zuletzt hatte ich noch eine Adresse eines Bekannten, der einmal bei mir übernachtete. Doch da waren die Sprachschwierigkeiten. Er konnte nur Ungarisch und Schwedisch und ich kam daher mit Deutsch und Englisch auch nicht weiter. Eine Schwedin übernahm das Telefonat. Ich wollte eigentlich nur Kontakt aufnehmen damit er mir weiterhelfen könnte, doch die hilfsbereite Frau hatte ihn angefragt, ob ich bei ihm wohnen konnte. Seine Antwort war eine klare Absage, doch dann hat Gott zu ihm geredet, worauf er gehorsam reagierte. So kam ich zu der Unterkunft, die ich mir von Gott erbittet hatte. Auch das Sprachproblem hat sich innerhalb von ein paar Tagen gelöst. Nicht das wir die gleiche Sprache sprachen, sondern wir verstanden uns sofort. Für mich war und ist dieses Erlebnis immer noch ein besonderes Zeichen der Liebe Gottes und seiner Gnade.

Auch in der Vorbereitungszeit für dieses Schreiben habe ich ein eindrückliches Erlebnis als Bild für die Gnade Gottes gemacht. Ich habe eine Schwester, mit der ich per E-Mail in Verbindung stehe, gefragt, ob sie für mich beten kann, dass ich Weisheit und die richtigen Worte für das Thema Gnade bekomme. Sie hat nicht nur für dieses Anliegen gebetet, sondern vom Heiligen Geist geleitet auch für andere Dinge gebetet, die im Zusammenhang standen. Darüber hinaus hat sie mir auch Auszüge aus verschiedenen Büchern per E-Mail gesandt. Sie hat sich selber mit diesem Thema befasst und mir immer wieder, wenn sie fündig war, ein E-Mail geschickt. Ich habe eine kleine Anfrage an die Schwester gemacht und sie hat mich mit mehr gesegnet als ich eigentlich erwartet habe. So ist es auch mit Gott. Wieviel erwartest Du von Ihm? Wenig oder viel? Wie auch immer, Er wird noch einen draufsetzen damit wir erkennen, dass Er der Gott ist, der mehr als genug hat.

„Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Massen mehr, als wir erbitten oder erdenken, gemäss der Kraft, die in uns wirkt.“ (Eph. 3, 20)

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