Vom richtigen Umgang mit Verschwendung

Wenn Sie sich ein wenig in der Bibel auskennen, dann ist Ihnen sicher die Begebenheit mit der Frau bekannt, die zu Jesus kam. Sie hatte eine Alabasterflasche mit Nardenöl dabei. Sie zerbrach die Flasche und goss das Öl über den Kopf von Jesus. War es pure Verschwendung oder steckt etwas mehr dahinter?

Die Geschichte ist speziell wegen den verschiedenen Reaktionen, die die Handlung dieser Frau auslösten. So sagte Jesus zum Schluss:

Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt getan hat.
Markus 14, 9

Jesus wollte damit nicht einfach sagen, dass die Geschichte so schön ist um in die Bibel aufgenommen zu werden. Irgendwie bringt diese Begebenheit auch einen Aspekt des Evangeliums zum Ausdruck.

Die Frau hatte eine Flasche mit Öl im Wer von umgerechnet einem Jahreslohnes eines einfachen Arbeiters bei sich. Sie zerbrach die Flasche, weil sie nur für diesen einen Zweck gebraucht werden sollte und goss das ganze Öl über den Kopf von Jesus. Sie hätte sicher mehrere Personen damit salben können, doch sie wollte die Kostbarkeit alleine für Jesus verwenden.

Die Reaktion der Jünger können wir nur zu gut nachvollziehen:

Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an.
Markus 14, 4 – 5

Hier haben wir eine Frau, die eine edle Tat vollbringt und Jesus eine Ehrerbietung bringt. Die Jünger waren nicht gerade feinfühlig und überhäuften sie mit harscher Kritik. Leider steht hier nichts geschrieben, wie die Frau es aufgefasst hatte.

Die Jünger hatten eine sehr begrenzte Sichtweise, denn für sie gab es nur ein entweder oder, So sahen sie die Salbung von Jesus als Verschwendung an. Dafür hätte man das Geld den Armen geben können. Doch die Reaktion von Jesus ist erstaunlich. Gerne liest man ein wenig darüber hinweg.

Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan.

Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit.
Markus 14, 6 – 7

Die zentrale Aussage dieser Bibelstelle ist für manche, dass wir Arme immer bei uns haben. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Jesus sagt weiter, dass wir den Armen immer geben können, wenn wir wollen. Wir sind nicht darauf begrenzt, Jesus oder Gott etwas Kostbares zu geben, sondern Gott versorgt uns auch immer mit Ressourcen um den Armen zu helfen. Für Gott sind Dinge möglich, die uns unmöglich scheinen. Wenn uns ein unbegrenzter Geldbetrag für die Armen unmöglich scheint, dann ist es bei Gott möglich. Hier haben wir ein grosses Übungsfeld, um Gott zu glauben. Hier können wir uns üben, ob dies Gott auch zutrauen. Es geht nicht darum, dass wir das intellektuell auf die Reihe bekommen, sondern ob Gott uns als Kanal für die Segnungen an die Armen benutzen kann.

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Gehorsam ist die Währung im Reich Gottes

Wir können hier auf der Erde in zwei Wirtschaftssystemen leben. Vielleicht ist Dir diese Tatsache nicht bewusst. Das eine Wirtschaftssystem kennen wir. Das sehen wir jeden Tag. Als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber arbeiten wir täglich darin und als Konsument beziehen wir Leistungen, die wir gegen Geld bezahlen. Und dann gibt es das Reich Gottes.

Das andere Wirtschaftssystem nennt die Bibel das Himmelreich oder das Reich Gottes. Dieses Reich ist sehr schwer sichtbar und das macht die Bibel auch klar, denn sie sagt, dass es mitten unter uns ist oder aber auch mitten in einem Mensch.

Wie jedes Reich funktioniert es nur nach gewissen Regeln oder Gesetzen. So wird auch jedes Reich von einem „Herrscher“ regiert. In vielen Ländern ist dies das Volk selbst. Was man Demokratie nennt. Im Himmelreich ist es Gott, weshalb man eine solche Regierungsform Theokratie nennt.

Auch im Reich Gottes hier auf Erden werden Leistungen ausgetauscht und es besteht sogar ein Austausch mit dem jeweiligen Wirtschaftssystem, in dem man sich gerade aufhält. Viele Leistungen können mit Geld bezogen werden, denn Geld ist nichts anderes als der Gegenwert einer Arbeit. Dein Arbeitgeber gibt Dir nicht eine hübsche Summe Geld, weil Du so sympathisch bist. Von Dir wird eine Gegenleistung in Form von Arbeit erwartet.

Das Reich Gottes funktioniert ohne Geld. Die wesentlichen Dinge im Leben und somit auch in der Beziehung zu Gott können nicht mit Geld bezahlt werden. Trotzdem braucht es eine sogenannte Währung, um Leistungen im Reich Gottes auszutauschen. Die „Währung“ heisst Gehorsam. Im 5. Mose 28 gibt es eine grosse Abhandlung über Segen und Fluch. Ich rate Dir, diese Bibelstelle selber zu lesen. Gott zeigt dem Volk Israel auf, was die Ursache für Segen oder Fluch im Leben ist. Gott sagt ganz klar, dass wenn wir Seine Gebote halten der Segen in unserem Leben wirksam wird. Bei Ungehorsam wird unser Verhalten den Fluch im Leben zulassen.

Wie Du siehst hängt vieles in unserem Leben von unserem Gehorsam oder Ungehorsam ab. Es ist der Schlüssel in unserem Leben, ob wir von Gott Gutes erhalten oder nicht. Von Gott kommen nur gute Dinge. Für schlechte Dinge ist der Gegenspieler Gottes verantwortlich.

Wenn Du Segen im Leben erfahren willst, dann sei Gott gegenüber gehorsam. Es lohnt sich und Du wirst eine Zufriedenheit spüren.

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