Der Zehnte 2

Auf meinen ersten Beitrag „der Zehnte“ habe ich einen Kommentar erhalten, den ich wegen dem Wortlaut nicht veröffentlichen will. Trotzdem will ich auf einige Punkte daraus eingehen, weil sie weit verbreitete Ansichten beinhalten.

Punkt 1 Durch Christus wurde das Alte Testament abgeschafft.

Nirgends im Neuen Testament finde ich einen Hinweis, dass Jesus das Alte Testament abgeschafft hat. Er ist gekommen, um das Gesetz oder das Alte Testament zu erfüllen. Weder die Erfüllung des alten Bundes noch die Schaffung eines neuen Bundes lassen die Schlussfolgerung zu, dass der alte Bund abgeschafft ist. Die Natur eines Bundes, den Gott aufrichtet, ist, dass er ewig dauert. Kein einziger Bund, den wir in der Bibel sehen, hat aufgehört zu existieren. Gott sagt nur, dass der alte Bund auslaufen wird. (Anmerkung 24.09.2021: Ich habe einen Blog über den neuen Bund gestartet, in diesem werden auch die hier gemachten Aussagen anders dargestellt. Wenn man sich mit einem Thema befasst, dann nehmen die Erkenntnisse zu)

(Jesus:) Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.
Matthäus 5,17

Punkt 2 Mit Abschaffung des Alten Testaments wurde auch die levitische Priesterschaft abgeschafft.

Solange der Alte Bund existiert, bleibt auch die levitische Priesterschaft bestehen. Da wir unter dem Neuen Bund leben, hat dies für uns keine Bedeutung. Für die Juden wird es wieder eine Zeit geben, in der die priesterliche Ordnung wieder aufgestellt sein wird.

Punkt 3 Der Zehnte: Die Leviten nahmen ihn im Alten Bund entgegen.

Diese Aussage ist eigentlich nicht ganz richtig. Da die Priester kein Einkommen hatten oder dafür arbeiten durften, bestand ihr Lebensunterhalt aus dem Zehnten. Das Volk Israel hat den Zehnten nicht den Priestern gegeben, sondern Gott. Gott hatte die Bedingungen aufgestellt, wie und wo der Zehnte dargebracht werden sollte. Die Menschen brachten den Zehnten Gott, doch nicht nur die Leviten, sondern auch die Menschen konnten an den Gaben teilhaben. Es war ein Anlass der Gemeinschaft mit Gott, aber auch mit den Mitmenschen.

In 4. Mose 18,24 kommt zum Ausdruck, dass der Zehnte als Opfergabe dem Herrn gegeben werden soll:

denn den Zehnten der Israeliten, den sie dem HERRN als Opfergabe geben, habe ich den Leviten zum Erbgut bestimmt; darum habe ich zu ihnen gesagt, dass sie unter den Israeliten kein Erbgut besitzen sollen.

Nachdem der Herr es empfangen hat, konnten die Leviten diesen Zehnten benutzen.

In der folgenden Bibelstelle wird gesagt, dass die Menschen (nicht nur die Leviten) vom Zehnten essen werden:

Du sollst alle Jahre den Zehnten absondern von allem Ertrag deiner Saat, der aus deinem Acker kommt, und sollst davon essen vor dem HERRN, deinem Gott, an der Stätte, die er erwählt, dass sein Name daselbst wohne, nämlich vom Zehnten deines Getreides, deines Weins, deines Öls und von der Erstgeburt deiner Rinder und deiner Schafe, auf dass du fürchten lernst den HERRN, deinen Gott, dein Leben lang. Wenn aber der Weg zu weit ist für dich, dass du’s nicht hintragen kannst, weil die Stätte dir zu fern ist, die der HERR, dein Gott, erwählt hat, dass er seinen Namen daselbst wohnen lasse, wenn der HERR, dein Gott, dich gesegnet hat …
5. Mose 14, 22-24

Auch im Neuen Bund bleibt Gott der Empfänger der Zehnten. Daher spielt es keine Rolle, ob das levitische Priestertum noch besteht oder ob es ein allgemeines Priestertum gibt. Wie im alten Testament braucht es auch heute einen Verwalter. Dies können Gemeinden oder christliche Werke sein, die dann Haushälter der anvertrauten Gaben sind. (Anmerkung 24.09.2021: Jeder Christ ist auch ein Verwalter)

Die bekannte Stelle in Maleachi redet davon, warum Gott beraubt wird. Nicht die Priester werden beraubt. Somit haben wir nochmals einen Hinweis auf den tatsächlichen Empfänger.

Punkt 4 Die Entstehung des Zehntengebens war nicht Teil des Gesetzes.

Wie bereits im ersten Beitrag über den Zehnten erwähnt, entstand der Zehnte durch Abraham. Das Gesetz bestand noch nicht. Deshalb ist der Zehnte als ausserhalb des Gesetzes zu betrachten. Gott hatte es später zu einem Bestandteil des Gesetzes gemacht.

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