Das Gleichnis vom Sämann (Teil 3)

Die Bedeutung vom Gleichnis vom Sämann

In diesem Beitrag beleuchte ich wieder ein Anspekt vom Gleichnis vom Sämann.

Die Gültigkeit von Säen und Ernten

Bis hierhin haben wir mitbekommen, dass das Gleichnis vom Sämann ein sehr bedeutendes Gleichnis in der Bibel ist und sehr viel erklärt. Im ersten Teil haben wir gesehen, dass Gott den Samen austeilt und dieser Frucht bringt, nämlich dreissig-, sechzig- oder hundertfältig. Im zweiten Teil haben wir gesehen, dass wir Menschen den Samen austeilen, der auch Frucht bringt. In diesen beiden Teilen haben wir den Samen als das Wort Gottes angeschaut. In diesem dritten Teil möchte ich einen Schritt weitergehen und aufzeigen, dass dieses Prinzip von Säen und Ernten auch in anderen Bereichen des Lebens seine Gültigkeit hat.

Was ist ein Same?

Nicht nur das Wort Gottes ist ein Same, sondern auch alles andere, das Du gibst, ist ein Same. In diesem Sinne spricht auch die Bibel:

Alles nun, was immer ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, also tut auch ihr ihnen; denn dies ist das Gesetz und die Propheten (Mt 7, 12).

Hier sehen wir ganz genau dieses Prinzip des Säen und Erntens. Was Du gibst oder tust ist eigentlich das, was Du willst, dass andere Dir tun oder geben. Vor vielen Jahren hatte bei uns die Post einen Werbeslogan, der hiess: Willst Du einen Brief, so schreibe einen Brief. So läuft es genau. In dem Bereich, in dem Du gibst, wirst Du auch empfangen. Wenn Du also Briefe schreibst, dann darfst Du auch Briefe zurückerwarten. Du kannst Liebe geben und Du wirst Liebe zurückerhalten. Du kannst auch materielle Dinge geben und Du kannst materielle Dinge zurückerhalten, weil der Same das reproduziert was er repräsentiert. Wenn Du zum Beispiel Pralinen schenkst, dann musst Du nicht erwarten, dass Du später dafür Äpfel erhältst, sondern Du wirst später Pralinen bekommen. Aus meinem eigenen Leben kann ich die Erfahrung weitergeben, dass ich als Kind Seifen oder Kerzen geschenkt habe. Was habe ich später bekommen? – Richtig, ich habe Kerzen und Seifen geschenkt bekommen. Oder ich habe Kugelschreiber geschenkt und ich bekomme immer wieder Kugelschreiber geschenkt. Somit muss ich mir keine Kugelschreiber mehr kaufen, weil die Ernte reinkommt. Auch Geld ist ein Same. In Maleachi 3 spricht Gott ganz eindeutig zu seinem Volk, dass es Ihn mit Zehnten und Hebeopfer bestiehlt. In den Versen 10 – 12 können wir weiterlesen:

„Bringt mir den Zehnten ganz in mein Kornhaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hierin, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle. Und ich will für euch den Fresser schelten, da er euch die Frucht auf dem Felde nicht verderben soll und der Weinstock im Acker euch nicht unfruchtbar sei, spricht der HERR Zebaoth; da euch alle Heiden sollen selig preisen, denn ihr sollt ein wertes Land sein, spricht der HERR Zebaoth.“

Diese Stelle in Maleachi wird oft auf das Geld angewendet (kann aber auch auf andere Dinge angewendet werden). Wenn wir Gott den Zehnten, der ja Ihm gehört, geben, wird Er das Fenster des Himmels öffnen und ein Segen (Ernte) geben, der unsere Kapazität es zu behalten übersteigt (siehe auch Sprüche 3, 9 – 10). Er verspricht aber auch, dass er den Fresser, d. h. überall dort wo wir Verlust erleiden können, zurückhält. Wenn Du feststellst, dass in Deinem Leben Dinge kaputt gehen oder sie verlierst, dann überprüf mal, ob Du den Zehnten regelmässig gibst. Wenn Du ihn gibst, dann wird Gott Dir helfen, dass Du nicht zu schaden kommst. Auch wenn der Zehnte Gott ganz gehört, müssen wir ihn von ganzem Herzen und mit Freude geben und Er wird uns beschenken, weil Er ein Herz eines Schenkers hat.

Durch Geben aus den Schulden herauskommen

In jedem Bereich des Lebens können wir Samen säen. Ich habe eine Geschichte von einer Person gehört, die grosse Schulden hatte und bei einer Kollekte einen grösseren Betrag gegeben hat. Dabei hat er zu seinem Geldbetrag gesagt, dass er ein Same sei, um aus den Schulden rauszukommen. Die Schulden waren ein Vielfaches grösser als der Betrag, den er gegeben hat. Gott hat dies honoriert und hat ihn aus den Schulden herausgeführt. Das heisst aber nicht, dass Gott nun das Fenster des Himmels öffnet und Geld runterregnen lässt. Denn dies wäre Falschgeld, sondern Gott benutzt Menschen oder Gelegenheiten (begrenze Gott nicht). Gott bringt Finanzen in Dein Leben auf Wegen, die Du Dir nicht erträumen kannst, und Gott wird Dir aus Deiner Situation helfen. Es kann sogar sein, dass Schulden für gegenstandslos erklärt werden. Wenn Du bei einer Kollekte einen Betrag gibst, dann kannst Du diesem Betrag einen Namen geben (es wird ein Same). Somit säst Du einen Samen und dieser Same wird Frucht bringen.

Nur wo gesät wird, kann auch geerntet werden

Wie wir schon gesehen haben, wenn wir säen, dann kommt auch eine Ernte. Diese Ernte kann sehr gross sein. Die Bibel spricht dabei von dreissig-, sechzig- oder hundertfältig. Die Ernte kann also grösser sein als Du eigentlich Verwendung dafür hast. Oder anders ausgedrückt: dort wo Du säst, wirst Du ernten und wo Du erntest, wirst Du reich. Das bedeutet aber nicht, dass Du durch Säen und Ernten materielle Güter aneignest resp. anhäufst, sondern wie schon an anderer Stelle erwähnt, Gott gibt dem Sämann Samen zur Speise und zum Säen. Dieses Beispiel können wir nehmen und es in eine finanzielle oder materielle Umgebung stellen. Gott ermöglicht Dir durch Säen und Ernten gewisse Dinge anzuschaffen, aber auch um weiterzugeben, dem der in Not ist. Du kannst dann in aller Freiheit geben. Durch dieses Weitergeben säst Du ja wieder. Durch die Saat kommt wieder eine Ernte und mit der Ernte kannst Du wieder weitergeben. Dies soll ein kontinuierlicher Prozess sein. Es ist wichtig, dass wir als Christen und als Leib Christi materielle und finanzielle Güter bekommen, als gute Verwalter wie dies in der Bibel immer wieder erwähnt wird, weil wir kurz vor einer grossen Erweckung stehen. Eine solche Erweckung ist auch Erntezeit. Wer in der Landwirtschaft tätig ist weiss, dass die Ernte die teuerste Zeit im Jahr ist. So verhält es sich auch im Reich Gottes. In der kommenden Erweckung werden sehr viele Finanzen benötigt, damit das Evangelium verbreitet wird und Bedürftigen ihrer Not begegnet wird. So wird die gute Nachricht weitergegeben, nicht nur allein das Wort mit schönen Worten und Trost, sondern dass auch den Bedürfnissen der Menschen begegnet wird. Ich kenne ein Projekt, das „Feed The Hungry“ heisst, dort werden den Menschen Nahrungsmittel gegeben, aber auch das Evangelium. Beides geht Hand in Hand. Nicht nur das Evangelium geben, sondern auch auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen. Dadurch wird unser christliches Zeugnis wahrhaftig, respektiert und akzeptiert. Darum ist es wichtig, dass wir das Säen und Ernten nicht als persönliche Bereicherung sehen, sondern dass auch Anteile dieser Ernte wieder rausgehen, damit das Reich Gottes gebaut und vergrössert werden kann.

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Das Gleichnis vom Sämann (Teil 2)

Das wohl wichtigste Gleichnis: Das Gleichnis vom Sämann

Das Gleichnis vom Sämann ist eines der wichtigsten Gleichnisse in der Bibel. Jesus hat seinen Jüngern eine bedeutende Frage gestellt, die auch uns etwas angeht:

„Versteht ihr dieses Gleichnis nicht, wie wollt ihr alle Gleichnisse verstehen (Mk 4, 14)?“

Es geht dabei nicht nur darum, dass wir die anderen Gleichnisse verstehen, sondern auch wie die Gesetzmässigkeiten im Königreich Gottes sind. Da die Person des Sämanns nicht erklärt wird, möchte ich in diesem zweiten Teil uns Menschen als diesen Sämann betrachten.

Für Menschen, die Gott nicht kennen

Im ersten Teil des Gleichnisses vom Sämann haben wir gesehen, dass Gott zu uns sprechen will und seinen Samen uns gibt, damit er Frucht bringt je nachdem wie wir empfangen, dreissig-, sechzig- oder hundertfältig. Wir haben gesehen, dass Gott mit seinem Wort, dem Samen, Menschen retten will. Für uns als Christen tönt das ganz klar: Gott redet und wir empfangen. Wie ist es aber mit Menschen, die Gott nicht kennen? Diese Thematik greift auch Paulus im Römerbrief auf:

„Denn jeder, der irgend den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden.“ Wie werden sie nun den anrufen, an welchen sie nicht geglaubt haben? Wie aber werden sie an den glauben, von welchem sie nicht gehört haben? Wie aber werden sie hören ohne einen Prediger? Wie aber werden sie predigen, wenn sie nicht gesandt sind? Wie geschrieben steht: Wie lieblich sind die Füsse derer, welche das Evangelium des Friedens verkündigen, welche das Evangelium des Guten verkündigen!“ Aber nicht alle haben dem Evangelium gehorcht. Denn Jesaja sagt: „Herr, wer hat unserer Verkündigung geglaubt?“ Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi (Römer 10, 13 – 17).

Wer ist ein Sämann?

Hier sehen wir ganz klar, dass nicht nur Gott redet, sondern er will auch von uns Menschen, dass wir reden. Er möchte, dass wir reden, predigen und Gottes Wort weitergeben. Darum sind auch wir Sämänner und -frauen, die das Wort Gottes hinausbringen. Es liegt nicht in unserer Verantwortung, wohin der Same fällt: auf den Weg, den steinigen oder guten Grund. Wir müssen einfach das Wort hinausbringen zu den Menschen. Wir müssen den Menschen predigen (fasse dies bitte nicht als eine Bürde auf, sondern als ein Privileg, das wir von Gott erhalten haben). Wenn wir es nicht machen, wer denn sonst. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass es andere für uns tun. Wir sind dazu berufen. Wir erreichen Menschen, die andere nicht erreichen können. Und diese können wiederum andere Menschen erreichen, die wir oder andere nicht erreichen können. Darum ist jeder einzelne wichtig, dass er seinen Auftrag erfüllt, Zeugnis von Jesus und von Gott gibt und was Er getan hat. Wenn wir das Wort predigen, wie es in der Bibel steht, nicht mehr und nicht weniger, und was wir als eine Offenbarung (Aha-Erlebnis) empfangen haben, sollen wir weitergeben. Das überzeugt. Jesaja 55, 10 sagt:

„Denn gleichwie der Regen und der Schnee vom Himmel herabfällt und nicht dahin zurückkehrt, er habe denn die Erde getränkt und befruchtet und sie sprossen gemacht, und dem Sämann Samen gegeben und Brot dem Essenden.“

Der zweifache Nutzen des Samens

Gott gibt dem Sämann Samen und Brot dem Essenden. Ich habe selber die Erfahrung gemacht, wenn ich zu Leuten predige, predige ich einerseits diesen Menschen, werde aber andererseits mit Freude erfüllt. In dieser Predigt sind aber auch Worte enthalten, die mich was angehen. Darum stimmt es, dass Gott dem Sämann Samen gibt, um zu säen, aber auch damit er Brot hat, teilhaben kann am Wort Gottes und etwas zu essen hat. Im 2. Kor. 9, 10-15 steht:

„Der aber Samen reicht dem Sämann, der wird auch das Brot reichen zur Speise und wird vermehren euren Samen und wachsen lassen das Gewächs eurer Gerechtigkeit, dass ihr reich seid in allen Dingen mit aller Einfalt, welche wirkt durch uns Danksagung Gott. Denn die Handreichung dieser Steuer erfüllt nicht allein den Mangel der Heiligen, sondern ist auch überschwänglich darin, dass viele Gott danken für diesen unsern treuen Dienst und preisen Gott über euer untertäniges Bekenntnis des Evangeliums Christi und über eure einfältige Steuer an sie und an alle, indem auch sie nach euch verlangt im Gebet für euch um der überschwänglichen Gnade Gottes willen in euch. Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!“

Auch in dieser Schriftstelle sehen wir, dass Gott dem Sämann Samen gibt, um zu säen und Brot zur Speise. An zwei verschiedenen Stellen macht Gott die gleiche Aussage. Er sagt auch, dass aufgrund der Aussage von zwei oder drei Zeugen soll eine Sache bestätigt werden (5. Mose 19, 15). Wir können davon ausgehen, dass diese Aussage wahr ist. Gott möchte uns segnen mit Samen, den wir weitergeben sollen, und mit Samen, der für uns ist zu unserer Speise. Wichtig finde ich, dass wir nicht davon ausgehen, wenn wir heute säen, dass morgen eine Ernte da ist. Es kann durchaus sein, doch es findet immer ein Prozess statt. Es wird gesät und es braucht eine Zeit bis der Same aufgeht. Zaghaft erscheint die Pflanze aus der Erde bis sie sich zur vollen Frucht entwickelt. Genauso ist es auch mit Menschen, zu denen wir reden. Sie empfangen das Wort und es wird nicht vergebens sein. Irgendwann wird der Same aufgehen. Ich habe gelesen, dass man Samen in den Gräbern der Pharaonen gefunden hat, der ca. 4’000 Jahre alt war. Die Forscher haben diesen Samen genommen und ihn in gute Erde getan und ihn bewässert. Daraus ist eine gute Pflanze entstanden. Es spielt keine Rolle wie gross die Zeitspanne ist. Wenn der Same gesät wurde, wird auch eine Ernte kommen. Weil wir nicht wissen, wann die Ernte sein wird, müssen wir säen und ihn bewässern. Dies ist unsere Aufgabe. Bewässern heisst, diese Menschen im Gebet zu begleiten, damit zu seiner Zeit der Same aufgeht. Jeder Same braucht seine Zeit und wir wissen nicht wie lange diese Zeitspanne ist. Im Natürlichen wissen wir welcher Same wie lange braucht bis er aufgeht. Wenn aber das Wort Gottes verkündet wird, können wir nicht sagen, dass dies ein Tag braucht oder jenes eine Woche usw. Gott verheisst, dass der Same zu seiner Zeit aufgeht. Darum lasst uns tätig sein und das Wort an die Menschen weitergeben.

Lies auch den abschliessenden dritten Teil über das Gleichnis des Sämanns.

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Das Gleichnis von den Talenten

In der Bibel erzählt Jesus das Gleichnis von den Talenten. Wir lesen nachfolgenden wie es Evangelist Matthäus aufgeschrieben hat:

Denn gleichwie ein Mensch, der ausser Landes reiste, seine eigenen Knechte rief und ihnen seine Habe übergab: und einem gab er fünf Talente, einem anderen zwei, einem anderen eins, einem jeden nach seiner eigenen Fähigkeit; und alsbald reiste er ausser Landes. Der die fünf Talente empfangen hatte, ging aber hin und handelte mit denselben und gewann andere fünf Talente. Desgleichen auch, der die zwei empfangen hatte, auch er gewann andere zwei. Der aber das eine empfangen hatte, ging hin, grub in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn. Nach langer Zeit aber kommt der Herr jener Knechte und hält Rechnung mit ihnen. Und es trat herzu, der die fünf Talente empfangen hatte, und brachte andere fünf Talente und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir übergeben; siehe, andere fünf Talente habe ich zu denselben gewonnen. Sein Herr sprach zu ihm: Wohl, du guter und treuer Knecht! über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; gehe ein in die Freude deines Herrn. Es trat aber auch herzu, der die zwei Talente empfangen hatte, und sprach: Herr, zwei Talente hast du mir übergeben; siehe, andere zwei Talente habe ich zu denselben gewonnen. Sein Herr sprach zu ihm: Wohl, du guter und treuer Knecht! über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; gehe ein in die Freude deines Herrn. Es trat aber auch herzu, der das eine Talent empfangen hatte, und sprach: Herr, ich kannte dich, dass du ein harter Mann bist: du erntest, wo du nicht gesät, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; und ich fürchtete mich und ging hin und verbarg dein Talent in der Erde; siehe, da hast du das Deine. Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Böser und fauler Knecht! du wusstest, dass ich ernte, wo ich nicht gesät, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe? So solltest du nun mein Geld den Wechslern gegeben haben, und wenn ich kam, hätte ich das Meine mit Zinsen erhalten. Nehmet nun das Talent von ihm und gebet es dem, der die zehn Talente hat; denn jedem, der da hat, wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; von dem aber, der nicht hat, von dem wird selbst, was er hat, weggenommen werden. Und den unnützen Knecht werfet hinaus in die äussere Finsternis: {O. in die Finsternis draussen} da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen.   Matthäus 25, 14-30

Talent nicht gleich Fähigkeit

Um es gleich vorwegzunehmen, in diesem Gleichnis wird nicht von Fähigkeiten oder Gaben geredet, die ein Mensch haben kann. Da wir diese Währungseinheit nicht kennen, nehmen wir den Begriff gerne und verwenden ihn für die Fähigkeiten, die wir besitzen. Dieser Begriff „Talent“ ist aber ein finanzieller Begriff. Ein Talent ist demnach ein Geldbetrag, für den ein Tagelöhner ca. 6’000 Tage arbeiten muss. Damit sie das besser vorstellen können, mache ich nun ein Rechenbeispiel. In der Schweiz liegt der durchschnittliche Mindestlohn für einen ungelernten Arbeiter bei ca. CHF 3’300.00. Pro Tag verdient dieser ca. CHF 152.00. In der heutigen Zeit entspräche demnach ein Talent der Summe von ca. CHF 912’000.00 (oder etwa EUR 570’000.00). Bei diesen Zahlen rechne ich sehr vorsichtig. Wir werden auf diese Zahlen später noch zurückkommen.

Definition des Begriffs „Habe“

In Vers 14 lesen wir, dass ein Mensch verreist und seine Habe seinen Knechten gab. Das Wort Habe ist eigentlich nicht mehr so gebräuchlich bei uns. Das Wort aus dem Urtext wird darum auch als Besitztümer, Vermögensgüter, Reichtum, Eigentum oder Wohlstand übersetzt. Es geht also nicht einfach um eine Kleinigkeit, sondern da sind Werte vorhanden. Auch die Tatsache, dass dieser Mensch drei Knechte hat, zeugt von seinem Wohlstand. Die Parallelstelle in Lukas 19 redet sogar von 10 Knechten.

Drei Knechte mit unterschiedlichen Fähigkeiten

Erstaunlich ist, dass dieser Mensch sein Reichtum von 8 Talenten (= CHF 7’296’000.00) seinen Knechten gab. Anscheinend brauchte dieser Mensch für die Zeit der Abwesenheit diesen Reichtum nicht und er hatte auch grosses Vertrauen in seine Knechte, dass diese mit dem Geld etwas anfangen können. So heisst es in Vers 15, dass die Summe sich nach den Fähigkeiten des jeweiligen Knechtes richtete. Stellen Sie sich vor, dass Sie nur ein Talent, also CHF 912’000.00 erhalten würden. Wie würden Sie reagieren? Wie würden Sie sich fühlen? Was würden Sie mit dem Geld machen? Würden Sie aus dem anvertrauten Geld ein Profit machen?

Vertrauen in die Fähigkeiten der Knechte

Nun, dieser Mensch hatte das Vertrauen in seine Knechte. Er war überzeugt, dass sie das Geld vermehren können. Als er zurückkam, kam er auch mit einer Erwartungshaltung, dass er mit seinen Knechten abrechnen könnte (V. 19). Darum war seine Reaktion auf den Knecht, der sein Talent wieder zurückbrachte auch so hart. Er hatte mehr Initiative von ihm erwartet. Wenigstens ein wenig Zins. Bei dieser Summe wäre auch bei einem niedrigen Zinssatz doch noch eine Summe dazugekommen.

Die Knechte hatten „dunamis“

Wie bereits gesagt, wurde die Summe nach den Fähigkeiten der Knechte verteilt. Im Griechischen wird für das Wort Fähigkeiten „dunamis“ verwendet, das mit Talent, Können oder Befähigung übersetzt werden kann, aber auch mit Kraft, Wunder zu wirken. Das gleiche Wort wird in Apg 1, 8 verwendet:

Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.

Diese Bibelstelle wird oft angeführt, um uns zu zeigen, dass wir die Befähigung haben, ein Zeuge Christi zu sein. Ist es nicht ermutigend zu wissen, dass wir alles Nötige haben, um das Evangelium weiterzugeben? So haben die Knechte in diesem Gleichnis auch alle Fähigkeiten in sich, um mit dem anvertrauten Vermögen weise umzugehen.

Handeln ist gefragt

Sobald die erfolgreichen Knechte das Geld empfingen, fingen sie an, damit zu handeln. Nur wenn das Geld arbeiten kann, dann kann es sich auch vermehren. Es steht nicht geschrieben, was die Knechte gemacht haben (ausgenommen der dritte Knecht, der das Geld vergrub). Anscheinend bringt das Geld einen gewissen Zuwachs, solange es nicht vergraben wird. In der heutigen Zeit würde das Geld durch die Umsetzung einer Geschäftsidee oder durch Finanzgeschäfte zunehmen. In der Parallelstelle in Lukas sagt sogar der Mensch, der ausser Land geht, zu den Knechten, dass sie handeln sollen (Luk. 19,13). So waren zwei Knechte gehorsam und einer wusste es anscheinend besser. Das Resultat zeigt, wer recht hat.

Wo finden wir uns in diesem Gleichnis?

Was ist nun die Auslegung dieses Gleichnisses? Der Mensch, der sich für eine gewisse Zeit verabschiedet hat, ist Jesus. Er war auf dieser Erde, verreiste sozusagen in den Himmel, um dann wieder zu kommen. Uns Menschen hat Er den Auftrag gegeben, mit den anvertrauten Gütern zu handeln. Vielleicht sagen sie jetzt, dass ihnen Jesus niemals eine solche Summe wie oben beschrieben gegeben hat. Das mag sein, wenn sie die Summe als einmal ausbezahlt betrachten. Nehmen wir nochmals den Arbeiter, der CHF 3’300.00 im Monat verdient. Würde sein Lohn über die Jahre gleich bleiben und er würde 45 Jahre arbeiten, dann hat er CHF 1’782’000.00 brutto verdient. Jesus ist ihr Versorger, daher kommt das Geld von Ihm und nicht von ihrem Arbeitgeber. Jesus benutzt den Arbeitgeber als Kanal, damit das Geld zu ihnen fliessen kann. Somit haben sie von Jesus eine grosse Summe erhalten und darüber müssen sie Rechenschaft ablegen. Sie haben für dieses Geld gearbeitet, doch nun soll dieses Geld auch für sie arbeiten! Mir ist klar, dass ein grosser Teil des Geldes für den Unterhalt ausgegeben wird, doch lassen sie auch einen Teil für sie arbeiten. Das ist weise und Jesus hat es uns geboten.

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Gott hat auch ein Wunder für Dich bereit

Wie eine Frau ein Wunder erlebt

Der Ausgangstext für unsere Betrachtung ist im 2. Buch der Könige, Kapitel 4, Vers 1 – 7 aufgeschrieben. Lasst uns diesen Text über ein Wunder zuerst lesen bevor wir uns darüber Gedanken machen.

Und eine Frau unter den Frauen der Prophetensöhne schrie zu Elisa und sprach: Dein Knecht, mein Mann, ist gestorben; aber du weisst, dass er, dein Knecht, den HERRN fürchtete. Nun kommt der Gläubiger und will sich meine beiden Söhne zu Knechten nehmen! Elisa sprach zu ihr: Was soll ich für dich tun? Sage mir, was hast du im Hause? Sie sprach: Deine Magd hat nichts im Hause als einen Krug mit Öl! Er sprach: Gehe hin und erbitte dir draussen Gefässe von allen deinen Nachbarinnen, leere Gefässe, und derselben nicht wenige; und gehe hinein und schliesse die Tür hinter dir und deinen Söhnen zu und giesse in alle diese Gefässe; und was voll ist, trage weg! Sie ging von ihm und schloss die Tür hinter sich und ihren Söhnen zu; die brachten ihr die Gefässe, und sie goss ein. Und als die Gefässe voll waren, sprach sie zu ihrem Sohn: Reiche mir noch ein Gefäss her! Er sprach zu ihr: Es ist kein Gefäss mehr hier! Da stockte das Öl. Und sie ging hin und sagte es dem Manne Gottes. Er sprach: Gehe hin, verkaufe das Öl und bezahle deine Schuld; du aber und deine Söhne möget von dem Übrigen leben!

Grosses finanzielles Problem

Die Frau in der Geschichte hat ein grosses finanzielles Problem. Das Problem ist so gross, dass der Gläubiger kommt und ihre beiden Söhne wegnehmen will. Wenn wir die Geschichte aber näher betrachten, dann hat die Frau nicht nur ein finanzielles Problem, sondern gleich drei Probleme. Ihr Mann hatte Schulden gemacht und ist dann gestorben. So hat sie ein finanzielles Problem aus der Vergangenheit. Nicht genug damit, nun hat sie auch noch ein aktuelles Problem. Ihr Mann, der Versorger der Familie, ist gestorben und kann nicht mehr für die Familie aufkommen. Nicht genug damit! Es kommt noch der Gläubiger und will ihre beiden Söhne wegnehmen. Zu dieser Zeit waren die Kinder die Altersversorgung der Eltern. Sobald die Eltern ein gewisses Alter erreicht haben, sorgten die Kinder für die Eltern. Und hier haben wir das dritte Problem. Die Frau hat nicht einmal eine finanzielle Zukunft, denn die Altersversorgung sollte ihr weggenommen werden.

Erster Schritt zur Lösung

Schon in Vers 1 lesen wir, dass die Frau zu Elisa schrie. Eigentlich schrie sie zu Gott. Sie war so verzweifelt, dass sie schrie, doch sie tat es im Glauben, denn sie wusste, dass der Gott Israels für Witwen und Waisen sorgte. In ihrer ausweglosen Situation hatte sie das einzig Richtige getan und sich an den lebendigen Gott gewandt. Damit hat sie den ersten Schritt zur Lösung ihres finanziellen Problems getan. Sie hatte sich an Elisa als ein Stellvertreter Gottes auf dieser Erde gewandt.

Tätig werden

Elisa sprach zu ihr: Was soll ich für dich tun? Sage mir, was hast du im Hause?
So fragte Elisa, was er respektive Gott für sie tun konnte. Oft bitten wir Gott, dass er etwas in unserem Leben machen sollte. Einfach irgendetwas. Doch Gott möchte, dass wir uns bewusst sind, was wir eigentlich von Gott erhalten möchten. Darum stellt Elisa auch diese Frage. Auch Jesus stellte solche Fragen. Nach etwas Überlegung erinnert sich die Frau, dass sie noch einen Krug mit Öl im Haus hat. Dies ist dann auch der Ausgangspunkt für Gottes Wunder. Er (Elisa) sprach: Gehe hin und erbitte dir draussen Gefässe von allen deinen Nachbarinnen, leere Gefässe, und derselben nicht wenige; und gehe hinein und schliesse die Tür hinter dir und deinen Söhnen zu und giesse in alle diese Gefässe; und was voll ist, trage weg!

Gottes Wunder wird begrenzt

Die Frau und ihre beiden Söhne sammelten Gefässe aus der ganzen Nachbarschaft. So goss die Frau Öl aus ihrem Krug in das erste Gefäss, in das zweite Gefäss usw. So machte sie es bis zum letzten Gefäss. Eigentlich setzte sie selbst die Begrenzung von Gottes Wunder. Sie hätte vermutlich noch viel mehr Gefässe sammeln und somit auch füllen können. Trotzdem war das Wunder Gottes so gross, dass die Frau ihre Schulden bezahlen konnte. Nicht nur waren ihre Schulden beglichen, sondern sie und ihre Söhne konnten vom Rest leben.

Was ist passiert?

Ich möchte nochmals kurz zusammenfassen wie in dieser Geschichte die Lösung des Problems aussah:

  1. die Frau wandte sich in ihrem Problem im Glauben an Gott.
  2. Gott gibt ihr ein Wort und sie handelt gemäss diesem Wort.
  3. die Frau überlässt Gott etwas, das für sie wertvoll ist.

Wie wir sehen segnete Gott die Frau nicht einfach ein bisschen. Er antwortete auf die Situation mit einem Wunder der Multiplikation. Wir wissen, dass Gott derselbe ist, gestern, heute und in alle Ewigkeit. Was er dieser Frau getan hatte, kann er auch heute für uns tun. Gehen wir mit unserem Problem demütig zu Gott, er wird zu uns reden und wir handeln nach seinem Wort. So können wir Gottes Güte in unserem Leben erfahren.

Was geht die Geschichte Dich an?

Gott ist ein guter Gott und er meint es gut mit Dir. Er möchte Dich segnen, doch er erwartet den gleichen Glauben wie diese Frau in unserer Geschichte. Gott macht keinen Unterschied zwischen Dir und dieser Frau. Wenn Du im Glauben handelst, dann wird Gott darauf reagieren. Ich ermutige Dich, viele solcher Schritte im Glauben zu machen und Du darfst Gott in Deinem Leben erfahren.

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